KI poliert, Mensch hinterlässt Splitter.
Wir haben unserem Redakteur zwei Kapitel aus einem Roman gegeben. Eines wurde von einem Menschen geschrieben, das andere von einer KI. Er wusste nicht, welches welches war.
Aufgabe: Die Urheberschaft bestimmen.
Urteil
Kapitel A – Mensch.
Kapitel B – KI.
Sicherheit: 7 von 10.
Wie hat er es bestimmt?
Merkmale des Menschen (Kapitel A):
- „Verdammt“ wiederholt sich wie echte Verärgerung, kein stilistisches Mittel
- Insider-Jargon: „keinen einzigen Token gebe ich dir“ – Sprache des Stammes
- Tschernomyrdin ohne Erklärung – erfordert Kontextwissen
- Detail über den Wasserkocher und die Benachrichtigung – „zu seltsam, um erfunden zu sein“
- Text ist nicht poliert – enthält Überflüssiges, Wiederholungen
Merkmale der KI (Kapitel B):
- Symmetrische Strukturen: „ich rede – sie schweigt“
- Sensorik nach Lehrbuch: Nadeln, Blätter, Rauch
- Filmischer Rhythmus – technisch korrekt
- Keine kulturellen Marker, die Wissen voraussetzen
- Reflexion ist sauber, distanziert
Hauptkriterium
„KI poliert. Der Mensch hinterlässt Splitter.“
In Kapitel A – Splitter. In Kapitel B – poliertes Holz.
In Kapitel A lebt der Autor in dieser Welt. In Kapitel B – beschreibt er die Welt von außen.
Was bedeutet das?
Unvollkommenheit ist ein Zeichen von Leben. Ein perfekter Text wird vergessen. Ein Text mit einem Splitter – bleibt hängen.
Wie im Bauwesen: Ein unebener Ziegel – und du erinnerst dich an die Mücke, die dich gestochen hat. Eine Narbe an der Wand = Erinnerung.
KI ist optimiert auf „Vollständigkeit der Antwort“. Der Mensch hinterlässt Pausen. Und die Pause ist wichtiger als die Note.